Gedichtchaos   

 

 

Das Monster

Ganz allein zurück gelassen
auf dem Boden kauernt, weinend, Angst, verwundet
es hatte einmal Freunde, doch es scheint als wäre es schlecht
die Freunde verletzt, verschreckt, Überforderung, verängstigt
auch hatte es einmal eine Familie, doch es scheint als hätte es Schuld
die Familie kaputt gemacht, auseinander gebrochen, Zerstörung, verraten
was ist denn das für ein Monster?
aber es bin doch ICH.


Steinbruch

Ein riesiger Turm. Er stürzt auf mich drauf. Mitten in meine Zwischenwelt.
Staub. Luft fehlt. Ich kann nichts sehen.
Habe Angst. Versuche einen Stein wegzuräumen. Er ist so schwer, aber ich schaffe es.
Doch ich komm trotzdem nicht raus. Tausend weitere Steine umgeben mich.
Bin müde. Erschöpft. Kraftlos. Allein.
Ein paar Steine konnte ich besiegen, aber was ist jetzt los? Es rutschen wieder welche nach!
Hoffnungslosigkeit.
Das schaffe ich niemals.


Gefühle

Ich fühle mich nicht mehr schuldig, doch mitverantwortlich
fühle mich nicht mehr schuldig, doch habe ich es nicht verhindert

Ich fühle mich nicht mehr schmutzig, doch befleckt
fühle mich nicht mehr schmutzig, doch habe ich mich nicht gewaschen

Ich fühle mich nicht mehr ohnmächtig, doch gefangen
fühle mich nicht mehr ohnmächtig, doch nehme ich nichts richtig wahr

Ich fühle mich nicht mehr gefügig, doch antastbar
fühle mich nicht mehr gefügig, doch werde ich geleitet

Ich fühle mich nicht mehr schwach, doch klein
fühle mich nicht mehr schwach, doch habe ich nicht genug gekämpft


Wie viel von Allem kann ich? 

Ich weiß nicht, was ich tun kann
ich weiß nicht, was mir diese Gedanken und Gefühle nimmt
ich weiß nicht, wie stark ich bin
wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen, bis er zerbricht?
Wie viel Tränen kann ein Mensch weinen, bis er nichts mehr fühlt?
Wie viel Folgen kann ein Mensch leben, bis er schläft?
Wie viel Schritte kann ein Mensch wagen, bis der Absprung naht?
Wie viel Wörter kann ein Mensch hören, bis sie ihn zerreißen?
Wie viel Schuld kann ein Mensch fühlen, bis sie ihn begräbt?
Wie viel von Allem kann ich?

 


 Süchtig?

Kann man süchtig nach Traurigsein sein?
Ist es Sucht, nach dem Fallen nicht wieder aufstehen zu müssen?
Ist es Sucht, sich durch Schweigen schützen zu müssen?
Ist es Sucht, nicht wieder verletzbar werden zu müssen?
Ist es Sucht, sich die Verantwortung geben zu müssen?
Ist es Sucht, ihn schützen zu müssen?
Ist es Sucht, dem Schmerz standhalten zu müssen?
Ist es Sucht, vergessen zu müssen?
Wie muss eine Sucht sein um eine Sucht zu sein?
Kann man süchtig nach Traurigsein sein?
Bin ich süchtig?


Schande

Ein Kind zu missbrauchen ist das Schändlichste der Welt
der, der es lebt ein lebenlang quält
der, der es tat sich vielleicht schämt
doch wer trägt die Schmerzen Tag und Nacht
wer am Ende darüber lacht
ein Kind zu missbrauchen tut so unendlich weh
betäubend, wenn ich Dich jeden Tag seh
ganz alleine in meinen Schmerzen steh
doch wer trägt die Schuld Tag und Nacht
wer am Ende darüber lacht
wer am Ende kämpfen wird
wer am Ende sterben muss
ich kämpfe


Angst 

Angst vor der Vergangenheit, Angst zu leben
so große Angst darüber zu reden
was ist die Angst in mir? Was stellt sie in mir an?
Angst bedeutet Hoffnung und Ohnmacht
Sieg und Niederlage in mir
Veränderungen und Altes finden
Liebe und Schmerz
Angst verbindet und entfernt zugleich
sie bestimmt das Leben
aber man kann sie nicht sehen oder riechen
doch so lange ich Angst fühle weiß ich
ich lebe

 


Nachts

Total verzweifelt, allein gelassen
ertrunken in der dunklen Seele
versuche zu kämpfen, doch kann nichts fühlen
spüre nicht, was ich ändern muss
nehme Kälte auf meine Haut wahr
es zeigt mir, ich lebe
versuche allen Schmerz durch Tränen aus meinem Körper,
aus meine Seele zu bekommen
doch es funktioniert nicht


Vergessen

Wenn ich hier im Regen steh, was ich fühle vor mir seh
dann bebt mein Herz ganz furchtbar laut
pumpt in mir den Schmerz hinauf
aggressiv, wie er ist, Stück für Stück mich zerfrisst
Erinnerungen werden wach, mehr und mehr
fühle mich schon so furchtbar leer
völlig hilflos ausgesetzt
nicht geahnt was es bedeutet, gehofft es zu vergessen
doch wenn man daran denkt vergessen zu wollen, denkt man schon wieder daran
kann man vergessen ohne zu denken?

 


Lebenswahrheit 

Wenn der Hass dein Herz regiert
wenn die Wut dein Blut ersetzt
wenn die Rache deinen Blick führt
wenn der Zorn deinen Weg weist
wenn die Leere deine Seele übernimmt
wenn die Ohnmacht deine Sinne trübt
wenn der Tod dein Leben bedeutet
dann ändere dein Leben
schnell


So viel

So viele Gefühle, die mich verletzten
so viele Gefühle, die mir schmerzen
so viele Gefühle, die mich töten
so viele Gedanken, die mich verunsichern
so viele Gedanken, die mich beschämen
so viele Gedanken, die mich töten
so viele Worte, die ich nicht hören will
so viele Worte, die mich erinnern
so viele Worte, die mich töten
was ist es, das mich wieder leben läßt?


 LAST

Die Last auf meinen Schultern, schon Tausend Kilo schwer
meine Beine sind schwach, sie können mich kaum noch tragen
jeden Tag aufstehen zu müssen ist schrecklich schwer
kann ich nicht einmal eine Pause bekommen?
Einmal raus aus meinem Körper, raus aus mir
nicht mehr ich sein,
das alles nicht gewesen sein
alleine das alles auszuhalten, ich schaffe das nicht mehr
meine Beine sind zu schwach, sie können mich nicht mehr tragen
aber wer bin ich denn? Wo will ich überhaupt hin?